Gesundheit auf Reisen – Zika-Virus ist gefährlicher als gedacht



Mückcenstiche - Übertragung von Zika

Seit mehreren Wochen ist ein Virus so präsent in den Medien, dass kurz zuvor zumindest hierzulande nur den Wenigsten überhaupt bekannt war. Das Zika-Virus breitet sich mit alarmierender Geschwindigkeit vor allem über den süd- und mittelamerikanischen Kontinent aus. Da es von bestimmten Mücken in tropischen Gebieten übertragen wird, beschäftigt es neben der Wissenschaft und den Gesundheitsbehörden hauptsächlich Reisende in Urlaubsländer in diesen Regionen.

Erstmalig entdeckt wurde das Virus 1947 in Uganda, hier wurde es an Affen im Zika-Wald nachgewiesen und hier hat es auch seinen Namen her. Von Afrika aus verbreitete es sich in den Regionen, in denen die Überträgermücken beheimatet sind. Weltweit ist Zika inzwischen in mehr als 50 Ländern nachgewiesen. Seit 2015 ist eine explosionsartige Ausbreitung in Lateinamerika zu verzeichnen, betroffen sind besonders stark Brasilien und Kolumbien.

Bei vielen Betroffenen macht sich eine Zika-Infektion so gut wie gar nicht bemerkbar, sie haben keine Symptome. Ansonsten äußerst sich die Infektion etwa drei bis zwölf Tage nach dem Mückenstich durch Fieber, Kopf-, Gelenk- und Muskelschmerzen ähnlich wie sie bei einer Erkältung auftreten können oder auch durch Hautausschlag und Rötungen.  Die Symptome klingen in der Regel von selbst wieder ab, ein Medikament gegen Zika gibt es derzeit nicht, auch keine Impfung.

Schwangere sollten auf Reisen in betroffene Gebiete verzichten

Zu einem wirklichen Problem kann die Infektion allerdings bei schwangeren Frauen werden. Bisher wurde das Virus vor allem für Schädelfehlbildungen bei Ungeborenen (Mikrozephalie) verantwortlich gemacht, nun zeigten neue Forschungen, dass es wohl auch eine Rolle bei anderen neurologischen Störungen spielt, wie etwa dem Guillain-Barré-Syndrom, das lebensbedrohliche Lähmungen verursachen kann.

Zika-Virus-VerbreitungDie WHO ist wegen Zika in großer Sorge und stuft inzwischen das Virus gefährlicher ein als anfangs gedacht. Aufgrund der enormen Anzahl von Infektionsfällen in Brasilien hatte die WHO vor ca. fünf Wochen den globalen Gesundheitsnotfall ausgerufen. Im Zentrum der Sorge stehen nach wie vor Schwangere – ihnen wird dringend geraten, betroffene Gebiete nicht zu bereisen.

Nach Angaben der WHO nimmt die geografische Verbreitung weiter zu, die Risikogruppe wird größer und zu den Übertragungswegen gehört neben Mückenstichen auch Geschlechtsverkehr.

Bei Rückkehr von der Reise testen lassen

Die Deutsche Gesellschaft für Virologie weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass es wichtig ist, dass sich Partner von Schwangeren nach einer Reise in eine von Zika betroffene Region auf das Virus testen lassen. Bei negativem Testergebnis besteht keine Gefahr, ist der Test dagegen positiv, sollte man auf Sex verzichten oder Kondome verwenden. Gesicherte Daten, wie lange das Virus in der Samenflüssigkeit vorhanden ist, liegen momentan nicht vor.

Die Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin und das Auswärtige Amt empfehlen, dass Reisende, die sich möglicherweise durch einen Mückenstich mit Zika infiziert haben, nach der Rückkehr aus den betroffenen Gebieten sechs Monate lang Kondome verwenden sollten. Die sei eine generelle Überlegung, gelte aber besonders für Sex mit Schwangeren. Wer ganz auf Nummer sicher gehen will, der verzichtet bis zur Entbindung ganz auf Geschlechtsverkehr.

Die WHO stuft die Bekämpfung der Ausbreitung  der krankheitsübertragenden Stechmücken mit besonderer Dringlichkeit ein. In der Verantwortung jedes einzelnen Staates liege es, die betroffenen Gebiete genau zu bezeichnen.

Weitere Informationen:
Übersichtsseite des Robert Koch-Instituts zum Zika-Virus
Merkblatt des Auswärtigen Amtes für Reisende in Zika-Gebiete

 

 

 

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